Weihnachten steht vor der Tür und gefühlt dreht die ganze Welt gerade am Rad.
Besonders in scheint gerade zu sein, sich selbst über alles zu stellen. Das geschieht im Großen der Weltpolitik, wo es anscheinend nur noch Despoten und größenwahnsinnige Egomanen gibt, das passiert aber auch im Kleinen, in Partnerschaften, Familien und anderen sozialen Gefügen, wo man sich das Recht nimmt, über die Grenzen der anderen hinweg seine eigenen Wünsche oder Ansichten durchzudrücken oder seine Wahrnehmung als die unverbrüchliche Wahrheit anzunehmen.
Auch in meinem näheren Umfeld hat das im letzten Jahr stark zugenommen. Beruflich und privat.
Ich schenke mir jetzt selbst zu Weihnachten das Recht, da auszusteigen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer ein offenes Ohr habe, dass man zu mir immer kommen kann, dass ich helfe, wenn ich kann. Das werde ich auch weiterhin tun. Was ich jedoch nicht mehr tun werde, ist, zuzulassen, dass ich für die Befindlichkeiten von anderen die Verantwortung übernehme. Ich steige aus aus dem Schuld-Karusell und werde auch nicht mehr aufsteigen. Wer mir etwas erzählen will, darf das jederzeit, muss aber auch damit leben, dass ich etwas dazu sage oder Frage. Wer das nicht will, sagt mir das bitte am Anfang des Gespräches, damit ich weiß, was von mir erwartet wird.
Für seine Gefühle ist jeder selbst zuständig. Wenn sich jemand von mir verletzt oder angegriffen fühlt, darf er/sie mir das sagen. Mit einem "ICH fühle mich ..." und nicht mit einem "DU tust (immer...) / bist ... und deswegen bist Du Schuld an meinen Gefühlen". Ich bin gerne bereit, über mein Verhalten und meine Anteile nachzudenken und wenn ich etwas verändernswert erachte werde ich mich darum bemühen. Ich bin auch bereit, über Dinge zu diskutieren, die diskutabel sind. Ich bin nicht bereit, über Gefühle zu diskutieren und ich bin auch nicht bereit zu diskutieren, wenn das Gegenüber nicht offen ist, sich meine Seite zumindest anzuhören, sondern von mir erwartet, dass ich seine/ihre Seite kompromisslos annehme.
Ich bin jederzeit bereit, mein Gegenüber ernst zu nehmen, aber bitte seid ehrlich zu mir. Mir darf jeder sagen, dass er mir nichts schenken mag oder mir einfach nur nichts schenken, da muss man sich nichts überlegen und mir die Story von Pferd erzählen, warum ich denn wohl schuld daran sei...
Ich schenke mir auch das Recht, meine Grenze zu setzen und zu wahren. Ich lasse nicht mehr zu, dass mich jemand unter dem Deckmäntelchen der "Ehrlichkeit" verletzt. Wer mir etwas sagen will darf gerne 2-4 Gedanken drauf verschwenden, WIE das vielleicht auch ohne Verletzungen gehen könnte. Ich mache das auch.
Kurz gesagt: ich schenke mir zu Weihnachten Respekt vor mir selbst - und das wünsche ich Euch allen auch. Respekt. Vor euch und vor anderen.
In diesem Sinne: frohe und friedliche Weihnachten und passt auf Euch auf.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen