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Es werden Posts vom März, 2020 angezeigt.

Überlege gut, was Du Dir wünschst...

... es könnte Wirklichkeit werden. Kennt Ihr diesen Spruch? Ich muss gerade ganz oft an ihn denken. Ich bin eine von denen, die in den letzten Monaten oft geschnauft hat und mir dachte: "Die Schlagzahl halt ich nicht mehr lange durch. Irgendwann muss ich wieder ein bisschen langsamer tun". Nur kam es vor lauter Alltag nie zu "irgendwann". Offensichtlich ist jetzt "irgendwann". Und *Abrakadabra* mein Wunsch wird wahr. Nur (wie so oft) nicht so, wie ich das eigentlich gedacht hatte. Auf einen Schlag müssen ganz viele zwangsläufig langsam tun. Selten hat man so wenig verpasst, wie jetzt, wenn man einfach mal nichts tut. Nur leider ist die Vorstellung von Nichts-Tun viel schöner als das tatsächliche Nichts-Tun... Denn das, was man nicht hat ist gefühlt blöderweise immer toller als das, was man hat. Unsere Psyche ist halt nicht immer nett zu uns. In diesem Fall gaukelt sie uns vor, dass es etwas besseres gäbe als den Ist-Zustand. Dabei ist der Ist-Zustand -...

"Non vitae sed scholae discimus"

Wahrscheinlich kennen die meisten von uns den Spruch andersherum: "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Tatsächlich hat es Seneca aber in seinem Brief an einen seiner Schüler wie in der Überschrift formuliert. Er kritisiert damit die zu wenig am praktischen Leben orientierte Ausrichtung der Philosophie und der Philosophenschulen. Tja: some things never change. Auch wenn unsere Kinder heutzutage keine Philosophenschulen besuchen, so kann man doch - gerade in diesen Tagen - manchmal nur ins Grübeln kommen, ob das alles so wirklich zielführend ist. Dabei merke ich, dass - mal wieder - zwei Seelen in meiner Brust wohnen. Auf der einen Seite bin ich absolut dafür, dass unsere Kinder ab und zu noch ihren Kopf anstrengen müssen, dass sie nicht völlig aus dem Lernen kommen und dass eine gewissen Struktur und ein bisschen Ablauf - und wenn es nur eine Stunde Schulübungen täglich sind - ihnen gerade in der momentanen unsicheren Situation gut tut. Auf der ander...

Abstand

Ich merke ja, dass mich persönlich diese "stay home" Aufforderungen langsam nerven. Weil sie implizieren, dass das bloße Verlassen des Hauses schon eine Gefahr darstellt. Wenn jeder daheimbliebe hätten wir wahrscheinlich in 3 Wochen nicht mehr viel Wirtschaft, die wir dann noch mit Rettungsschirmen retten könnten. Nein - es ist gut und notwendig, dass viele Menschen nach wie vor ihr Haus verlassen. Das an sich ist ja auch gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass Menschen, die nicht die Wirtschaft oder die Gesellschaft am Laufen halten, mit ihrer scheinbaren Freizeit nichts Besseres anfangen können, als sich im Park auf einer Decke zu versammeln. Würden sie mit etwas Abstand zueinander spazieren gehen wäre das Ganze lustigerweise gar kein großes Problem. Aber das Zusammenklumpen ohne ausreichende Distanz in wechselnden Gruppen - das ist ein Problem. Scheinbar ist das aber noch nicht bei allen angekommen. Es gibt ja die pädagogische Theorie, dass man verschiedene Kreise...

Pragmatik hilft

Geht's Euch auch so? Momentan fühlt sich alles irgendwie total surreal an. Die Zeit, das Leben - alles tropft irgendwie so vor sich hin, wie auf einem Dali-Gemälde. Jetzt kann man Dali mögen oder auch nicht. Hilft aber ja nichts. Wenn man in einem Dali-Gemälde lebt, interessiert es keinen, ob es einem gefällt. Mir persönlich hilft ja da meine pragmatische Art weiter. Ich zucke mit den Schultern, denke mir: Ist halt jetzt so und mache so gut es geht weiter. Und jetzt kommt das Tolle daran: Bisher ist es immer gut weitergegangen. Vielleicht nicht in allen Aspekten, aber insgesamt. Ich fand die Krebserkrankung als solche nicht prickelnd, aber insgesamt hat sie mir gezeigt, wie stark ich bin und wer alles zu mir hält und ich habe meine Prioritätenliste neu sortiert. Unsere wirtschaftlich engen Zeiten waren kein Spaß - aber sie haben mir gezeigt, dass mein Mann und ich gemeinsam alles schaffen können.... Im Leben kommen immer wieder Situationen, die so keiner haben wollte und mit de...

Beschäftigungsideen

Ganz ehrlich: Eltern von Kindern im schulpflichtigen Alter ist oft schon ein bisschen mulmig vor den Sommerferien. 6 Wochen sind die lieben Kleinen zu Hause - und man merkt wo ihre Ecken und Kanten mit den eigenen kollidieren... Jetzt kommt zu den 5 Wochen "schulfrei" noch der Spaß, dass man sie irgendwie dazu bringen muss, die Aufgaben, die ab und zu mal aus dem überlasteten Mebis-Server tropfen, wenigstens halbwegs anständig zu lösen. Außerdem kann man sie im Sommer wenigstens an den See oder ins Freibad schicken oder mal einen tollen Familienausflug in einen Freizeitpark in Aussicht stellen. Das ist momentan auch nicht drinnen. 5 Wochen zu Hause - ohne Vereine oder großartige Freizeitbeschäftigungen - eine echte Herausforderung. Lasst uns Ideen sammeln, wie man die Kurzen (oder nicht mehr ganz so kurzen) ohne 24 Stunden Internetzugang beschäftigen kann... Ich möchte jetzt nicht über Bügelperlen, Puzzles, Bücher oder Gesellschaftsspiele sprechen (auch das - tolle...

Übung macht den Meister

Ich sitze schon seit Tagen auf meinen Händen, um nichts zum überall vorherrschenden Thema "Corona" zu schreiben. Aber ganz ehrlich: Ich halte es nicht mehr aus.... Momentan erlebe ich eine riesige Ambivalenz in der Gesellschaft. Die meisten sind hin- und hergerissen zwischen einer "das ist doch gar nicht so schlimm" - Bagatellisierung und der Erwartung des Armageddon. Irgendwo dazwischen wird die Realitität liegen - wo genau ist wahrscheinlich jetzt noch nicht absehbar. Ich persönlich finde es ganz gut, dass wir gerade quasi den Ernstfall proben. Wie der jährliche Feueralarm in der Schule. Wir testen, ob das, was wir uns als Kriseninterventionsplan ausgedacht haben auch tatsächlich funktioniert. Und zum Glück testen wir es mit etwas, dass uns wahrscheinlich alle nicht sofort töten wird. Denn geben wir es ehrlich zu: Es hakt... Wir müssen quasi beim Probealarm feststellen, dass jemand den Notausgang zugesperrt hat und keiner weiß, wer den Schlüssel hat. Ich bin...