... das Jahr, in dem
- endlich mal eine Woche zu Hause bleiben deutlich an Reiz verliert
- keiner mehr die Stirn runzelt, wenn man wegen "Erkältungssymptomen" nicht in die Arbeit geht
- Kinder merken, dass man in die Schule "darf" und nicht nur "muss"
- Eltern merken, dass Lehrer sein nicht nur "halbtags und Ferien" bedeutet
- man versucht, an seinem Geburtstag zu arbeiten, statt frei zu haben, um überhaupt in den Genuss von außerfamiliären Glückwünschen zu kommen
- man zwar spazieren gehen - sich aber keinesfall dabei irgendwo hinsetzen darf, egal wie groß der Abstand zum Nebenmenschen ist
- wir feststellen müssen, dass man entweder einen"wichtigen" oder einen "gut bezahlten" Job haben kann, die Schnittmenge von beidem aber kaum zu finden ist
- Solidarität daran gemessen wird, wie viel Klopapier man den anderen lässt
- uns plötzlich bewusst wird, wie gerne wir unsere Eltern/Schwiegereltern/Großeltern haben, bei denen wir normalerweise die Augen verdrehen, wenn sie schon wieder besucht werden wollen
- in Deutschland Dinge wie Klopapier, Hefe, Nudeln, Reis und Gummibänder ausverkauft sind
- jahrelang gesammelte Baumwoll-Stoffreste endlich nicht mehr länger ein Schubladendasein fristen müssen, sondern einer Bestimmung zugeführt werden
- Home-Office plötzlich nicht mehr die Ausnahme sondern gefühlt die Regel wird - und viele feststellen, dass es doch gar nicht so erstrebenswert ist, wie gedacht
- die Hoffnung auf eine Impfung in der Bevölkerung größer ist, als der Unmut gegen das Impfen
- in Deutschland das Motorradfahren verboten ist, um die Intensivbetten nicht mit Unfallopfern zu belegen, während in den USA dazu aufgerufen wird, nicht auf andere zu schießen, um die Betten freizuhalten
- der Premier von Western Australia eine Ausnahmegenehmigung für den Osterhasen ausstellt, damit die Kinder sich keine Sorgen um die Ostereier machen müssen
- wir feststellen, dass man eine Grundversorgung an bestimmten Dingen tatsächlich im eigenen Land decken können sollte
- die Maus täglich kommt und nicht nur am Sonntag
- sich Nähinitiativen bilden, um den Bedarf an Mund-Nasen-Abdeckungen zu befriedigen
- öffentliche Gottesdienste ausgesetzt sind (obwohl in den allermeisten Kirchen mittlerweile ein Abstand von 1,50m zum Nebenmenschen nicht schwer einzuhalten ist)
- das weltweite Wirtschaftswachstum durch überall stattfindende Lockdowns gebremst wird - und sich die Weltwirtschaft wieder ein bisschen neu sortiert (was nicht nur schlecht sein muss)
- wir trotz aller Einschränkungen froh und glücklich sind, hier zu leben, weil alles, was wir hier betreiben immer noch Jammern auf hohem Niveau ist (zumindest für die aller-, allermeisten von uns)
- Dinge wie die DSGVO, die Zeitumstellung oder die Masernimpflicht plötzlich niemanden mehr interessieren - stattdessen kennt jetzt jeder den Namen von mindestens einem Virologen
- unsere vom Leben verwöhnte Nie-Kriegs-Generation merkt, wie schnell nichts mehr so ist, wie es vorher war und plötzlich dankbar für Kleinigkeiten wird (zumindest manche)
- man sich nicht im Café oder in der Bar sondern in der Schlange bei der Post zum Ratschen trifft
- die Menschen sich nicht zum Singen, Musizieren oder in Vereinen treffen können aber unglaublich viele kreative Ideen finden, wie sie trotzdem gemeinsam ihren Hobbies nachgehen können
- der Frühjahrsputz wirklich nur für sich selbst und nicht für den Osterbesuch stattfindet - oder ohne schlechtes Gewissen auch einfach mal ausbleiben kann, sieht ja eh keiner
- Langhaarfrisuren im Trend liegen könnten und Adventskalender aus Klorollen gebastelt werden...
Kurz: Das Jahr in dem alles anders ist als sonst und doch nicht alles schlecht. Das Jahr, das uns hoffentlich den Wert mancher Dinge oder Gewohnheiten, die wir immer für selbstverständlich erachtet haben, vor Augen führt. Vielleicht auch das Jahr, das manche Prioritätenliste wieder verschiebt.
Und wir werden irgendwann mal erzählen können, wie hart das damals war, so ganz ohne Hefe...
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