Lange war es still hier. Zum einen, weil ich nicht immer nur über das Dauerbrenner-Thema "Corona" schreiben wollte - ist ja schließlich eigentlich kein politischer Blog. Zum anderen, war privat einiges los.
Aber in letzter Zeit brodelt es mal wieder in mir. Und zwar, weil es mir in letzter Zeit immer wieder passiert, dass Menschen in meinem Umfeld oder in meiner social-media-Blase das Thema Impfen mit mir diskutieren und sich dabei zu Opfern stilisieren. Das bringt mich langsam an den Rand der Verzweiflung. Da wird ein Bild der Unterdrückung und der Ausgrenzung gezeichnet, das aus meiner Sicht so nicht richtig ist.
Vielmehr ist es doch so, dass einige Menschen die Entscheidung getroffen haben, sich nicht impfen zu lassen. Sie haben diese Entscheidung bewusst und für sich getroffen. Ich bin mir sicher, sich haben (für sich) gute Gründe. Wahrscheinlich würde ich diese Gründe nicht als gut erachten - aber das ist ein anderes Thema. Worum es mir eigentlich geht: Sie haben eine ENTSCHEIDUNG getroffen. Und Entscheidungen führen zu Konsequenzen. Die Entscheidung FÜR etwas ist automatisch eine Entscheidung GEGEN X andere Möglichkeiten. Im Leben ist selten etwas "monokausal". Also selten führt eine Sache alleine zu einer anderen. Aber jede Sache führt zu irgendetwas. Und meist kann man sich mit etwas Nachdenken relativ leicht überlegen, was die Konsequenz aus einer Entscheidung sein könnte. Und prinzipiell sollte man sich bei jeder Entscheidung überlegen, ob man bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.
Wenn ich entscheide, dass ich mit 50 durch eine 30er-Zone fahre, muss ich nicht lange überlegen um mir klar zu machen, dass das teuer sein könnte. Wenn ich entscheide mit 70 durchzufahren könnte es auch heißen, dass ich in nächster Zeit gar nirgends mehr hinfahre.
Wenn ich entscheide, Kinder zu bekommen heißt das mit großer Wahrscheinlichkeit erst Mal schlafarme Nächte und wahrscheinlich auch größere Ausgaben für Klamotten, Essen etc.
Wenn ich nicht bereit bin, diese Konsequenzen zu tragen, muss ich meine Entscheidung überdenken. Ich kann nicht den Kuchen essen und ihn behalten.
Kurz: Ich kann nicht alles haben.
Und trotzdem bin ich kein Opfer. Ich könnte mein Schicksal ja ändern. Ich bin dem Ganzen nicht ausgesetzt ohne etwas an der Situation ändern zu können. Im Zweifelsfall könnte ich ja eine Entscheidung auch revidieren... Oder an meiner Entscheidung festhalten und damit leben, dass sie Konsequenzen hat.
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